G’schmackiger Gerstensaft „von daham“

Im Wimitztal findet sich eine kleine, aber feine Kärntner Privatbrauerei. Der Geschäftsführer von Wimitzbräu, Josef Habich, erklärt Ihnen, wie man mit wenigen Hilfsmitteln und genügend Zeit auch sein eigenes Hausbier brauen kann.
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Gute Zutaten und sauberes Arbeiten sind beim Bierbrauen essenziell.

Um zu Hause sein eigenes Bier zu brauen, bedarf es nicht wirklich viel. Wichtig ist laut Josef Habich, dass man „mit einer Anleitung aus dem Internet relativ einfach bis zu einer gewissen Qualität für sich zu Hause Bier herstellen kann. Je sauberer und genauer man dabei arbeitet, desto besser wird das Ergebnis“, so der Mitinhaber von Wimitzbräu. Laden Sie also am besten ein paar Freunde ein und starten Sie das Abenteuer Bierbrauen in den eigenen vier Wänden.

Josef Habich: „Wimitzbräu steht für qualitatives und natürliches Bier aus besten heimischen Rohstoffen.“

Josef Habich: „Wimitzbräu steht für qualitatives und natürliches Bier aus besten heimischen Rohstoffen.“

Planung ist das halbe Bier
Vor dem Start gilt es, das Equipment, die Anleitung und ein Rezept zu besorgen. „Das Einfachste wäre, Kochtöpfe, Kübel, Sieb, Stoff- bzw. Leinentücher, Kochlöffel und Schöpfkelle sowie ein Thermometer zu kaufen. Außerdem benötigen Sie einen Herd und Bügelverschlussflaschen“, erklärt Habich. „Für die private Herstellung empfehlen sich zu Beginn zehn bis maximal 20 Liter – wofür ich aber aufgrund der Zutaten doppelt so viel Fassungsvermögen benötige“, ergänzt der Bierfachmann. Er weiß, wovon er spricht, hat er doch 2009 mit vier Freunden aus einer Idee heraus selbst mit dem Bierbrauen angefangen und 2011 die eigene Privatbrauerei auf die Beine gestellt. „Meine Empfehlung wäre, sich daheim an obergärige Biere zu halten. Diese sind leichter in der Handhabung und benötigen oft nur Raumtemperatur“, so der Experte.

Beim Brauen kommt es auf Genauigkeit und Sorgfalt an.

Beim Brauen kommt es auf Genauigkeit und Sorgfalt an.

Das eigentliche Bierbrauen
„Das, was wir in der Brauerei herstellen, nennt man Würze. Dies ist ein Malz-Zuckerwasser mit bitterem Hopfen. Aus diesem macht dann die Hefe das eigentliche Bier“, erzählt Habich. „Meine Empfehlung wäre, sich daheim an obergärige Biere zu halten. Diese sind leichter in der Handhabung und benötigen nur Raumtemperaturen bzw. einen Keller mit rund 18 Grad Celsius für den Gärprozess“, so der Geschäftsführer weiter. Bis es aber so weit ist, dauert es dann aber doch ein wenig länger. So beginnt der Herstellungsprozess mit dem Brautag, für den man sich genügend Zeit nehmen sollte. „Das Brauen dauert mindestens fünf bis sechs Stunden. Der Brauprozess beginnt mit dem Mischen des geschroteten Malzes mit Wasser. Dies geschieht bei rund 60 bis 62 Grad. Hier kommt auch das anfangs erwähnte Thermometer zum Einsatz. „Dieses benötige ich, da sämtliche Prozesse beim Brauen unter bestimmten Temperaturen ablaufen und ich diese ständig kontrollieren muss, um am Ende ein sauberes Produkt zu bekommen“, betont Habich. Von der sogenannten Maische, für die man Schritt für Schritt die Temperatur erhöht, geht es anschließend zum Läutern. Hierbei lässt man die gesamte Maische durch ein Sieb. Dieses hält die Feststoffe zurück und in den Kübel darunter rinnt das Zuckerwasser. Anschließend bringt man das gesiebte Zuckerwasser zum Kochen, womit man das Ganze auch steril macht. Während des Kochens gibt man zu bestimmten Zeitpunkten den Hopfen hinzu. „Auch diesen sollte man genau abmessen, weil die darin enthaltenen Bitterstoffe sehr intensiv sind. Da macht ein Gramm Hopfen zu viel schon einen Riesenunterschied aus“, rät der Bierbrauer zur Vorsicht. Die fertige Würze lässt man abkühlen und gibt dann die Hefe dazu. „Auch das Abkühlen ist für Hobbybrauer etwas schwieriger, weil 20 Liter kochende Zuckerwasserflüssigkeit auf die entsprechende Temperatur zu bekommen, dies ist bei einem obergärigen Bier in etwa 20 Grad Celsius, dauert zu Hause schon seine Zeit“, erklärt Josef Habich. Wenn das Bier abgekühlt ist, dann vergärt man es in einem Behälter unter Benutzung eines Gärspunds. So gärt das Bier je nach Biersorte ein bis zwei Wochen. Danach erfolgt die Abfüllung in die Bügelverschlussflaschen – einfüllen, zumachen, fertig. „Auch hier ist Hygiene sehr wichtig, da ich mit einer abgekühlten Flüssigkeit arbeite. Es empfiehlt sich daher, die Flaschen inkl. der Verschlüsse abzukochen – so wie beim Marmeladeherstellen“, erklärt der Bierfachmann. Vor der Abfüllung in die Flaschen gibt man nochmals Zucker zum vergorenen Jungbier. Dieser sorgt dann in den geschlossenen Flaschen für das Entstehen der Kohlensäure.

Machte zusammen mit Freunden aus einer Idee eine erfolgreiche Privatbrauerei: Josef Habich

Machte zusammen mit Freunden aus einer Idee eine erfolgreiche Privatbrauerei: Josef Habich

Bier braucht Zeit
Für alle, die jetzt glauben, man könnte mal eben so in einem Tag sein eigenes Bier brauen, gibt es aber eine schlechte Nachricht. „Der Prozess vom Brautag – der schon mindestens fünf bis sechs Stunden in Anspruch nimmt – bis zum fertigen Bier dauert um einiges länger. So dauert es bis zu zwei Wochen, bis die Hefe den Zucker fermentiert hat. Anschließend geht es noch in eine kühle Lagerung, die man zu Hause auch in Flaschen im Kühlschrank machen kann“, erläutert der Bierbrauer. Wenn man alles richtig macht und vernünftige Rohstoffe besorgt, dann hat man am Ende ein klassisch gebrautes, natürliches Bier, bei dem nichts getrickst wird – eben ein echtes hausgemachtes Naturprodukt. „Das ist etwas, dass man selbst beim Bier, wenn man es kauft, nur mehr selten bekommt und wofür wir auch mit Wimitzbräu stehen“, betont Josef Habich.

Die stolzen Bierbrauer aus Wimitz

Die stolzen Bierbrauer aus Wimitz

Resümee
Bis Ostern wird sich Ihr eigenes Bier also nicht mehr ausgehen, aber man könnte sich das Vorhaben für die Osterwoche vornehmen und dann das Bier zum ersten Angrillen bzw. zur ersten Gartenparty im Frühjahr genießen. „Wenn man nun auf den Geschmack gekommen ist, kann man sich das Ganze auch gerne mal bei uns in einer anderen Größenordnung ansehen. Hierfür bieten wir Brauereiführungen, wo man ein wenig Einblick in das Brauen erhält“, so Habich abschließend.

Gefährlich ehrlich: Wimitzbräu

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